Das Trockene Auge – mehr als nur eine Befindlichkeitsstörung!

Um es vorweg zu nehmen: beim Trockenen Auge handelt es sich nicht nur um ein unangenehmes Gefühl, sondern um eine ernsthafte Erkrankung. Allgemein beschreiben Augenärzte mit dem Begriff  „Trockenes Auge“ die Folgen einer Benetzungsstörung. Diese entsteht durch zu niedrige Tränenproduktion oder zu hohe Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Auch eine krankhaft veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kann ursächlich sein.

Vereinfacht gesagt: Das Auge wird nicht mehr optimal befeuchtet.

Neben den belastenden, unangenehmen und je nach Schweregrad massiven Symptomen ist das Trockene Auge vermehrt infektionsgefährdet. Warum das so ist, lesen Sie im Folgenden.

 
 

Wie bemerkt man ein Trockenes Auge?

Die Erkrankung äußert sich auf verschiedene Weise. Patienten berichten häufig über diese Symptome:

  • Kratzen
  • Brennen
  • Jucken
  • Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl
  • Sandkorngefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Ermüdung oder Rötung
  • Tränen
 
 

Tränen und Tränenfilm – wichtig für gesunde Augen

Tränen werden in Drüsen außerhalb des Auges gebildet und durch den Lidschlag auf der Hornhaut des Auges verteilt. Der Tränenfilm benetzt die Augenoberfläche, genauer Lidinnenseite, Bindehaut und Hornhaut. Die Oberfläche des Augapfels bleibt dadurch glatt und geschmeidig. Dies ist eine Grundlage für gutes Sehen. Eine trockene Augenoberfläche hingegen wird wund und undurchsichtig. Der gesunde Tränenfilm enthält keimtötende Substanzen und schützt so vor einer Infektion. Schließlich ist das Auge ständig diversen Außeneinflüssen ausgesetzt. Von wesentlicher Bedeutung ist die Versorgung der durchsichtigen Hornhaut, unserem Fenster zur Welt, mit Sauerstoff, Nährstoffen wie Glukose und die Entsorgung von Stoffwechselprodukten.

 
 

Der „Stoff“ aus dem die Tränen sind

Der nur wenige hundertstel Millimeter dicke Tränenfilm besteht aus drei Schichten, von denen jede eine andere wichtige Aufgabe erfüllt:

  • Die innere Schicht (Muzinschicht = „Schleim“-Schicht) besitzt direkten Kontakt mit der Hornhaut und befeuchtet sie. Ohne diese Schicht würde der Tränenfilm nicht auf dem Auge „haften“.
  • Die mittlere Schicht (wässrige Schicht) enthält unter anderem Nährstoffe und Enzyme. Sie ernährt die Hornhaut und reinigt sie oberflächlich durch Abtransport von Fremdkörpern.
  • Die äußere Schicht (Lipidschicht = Fettschicht) legt sich als Schutzfilm über die Tränenflüssigkeit. Dieser fettreiche Schutzfilm stabilisiert den Tränenfilm und schützt ihn vor Verdunstung.
 
 

Wie entsteht ein Trockenes Auge?

Es gibt verschiedene Ursachen, zum Beispiel:

  • Operationen am Auge (z. B. Katarakt- und Glaukom-Operation, refraktive Chirurgie)
  • Tragen von Kontaktlinsen
  • Anwendung von Augentropfen mit Konservierungsmitteln
  • Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. ß-Blocker, Antidepressiva, Anti-Baby-Pille)
  • hormonelle Störungen (z. B. Wechseljahre)
  • fortgeschrittenes Alter
  • Genussmittel wie Zigaretten oder Alkohol
  • Klimaanlagen und Heizungen
  • Bildschirmarbeit

Diese und andere Faktoren können zu einer Benetzungsstörung am Auge führen. Manchmal ist die Störung auch vorübergehend, z. B. nach einer längeren Autofahrt oder nach einer Augenoperation – hier kann die Störung im Einzelfall bis zu einem Jahr anhalten.

In 80 % der Fälle von Trockenem Auge liegt eine Störung der Lipidschicht vor. Dann trocknet der Tränenfilm an manchen Stellen auf der Hornhaut rascher aus. In der Folge kommt es zu trockenen und rauen Stellen auf der Hornhaut. Dadurch können die Lider nicht mehr problemlos über den Tränenfilm gleiten. Die Augen brennen.

 
 

Trockenes Auge – wie es Ihr Augenarzt erkennt

Zur Grunduntersuchung gehören die Inspektion der Gesichts- und Lidhaut, sowie die Beobachtung von Lidschlagfrequenz, Lidschluss, Lidrand und Lidstellung. Menge und Zusammensetzung des Tränenfilmes können mit einem speziellen Test (Schirmer-Test) ermittelt werden.

Aufschluss über die Stabilität und Qualität des Tränenfilms gibt die Zeitspanne zwischen
Lidschlag und Aufreißen des Tränenfilmes. Die Tränenaufrisszeit kann an der Spaltlampe vom Augenarzt beurteilt werden. Daneben gibt es weitere diagnostische Möglichkeiten, die bei Bedarf eingesetzt werden.

 
 

Wie wird das Trockene Auge behandelt?

In der Regel kann bei der Mehrzahl der Betroffenen mit Hilfe von Augentropfen (sogenannte Tränenersatzmittel) die Benetzungsstörung der Augenoberfläche behoben werden. Die Produkte befeuchten die Augenoberfläche und verbessern die Qualität des Tränenfilms. Die Auswahl des richtigen Präparates ist maßgeblich von Schweregrad und Form der Benetzungsstörung abhängig. Einige Präparate werden auf das geschlossene Auge aufgesprüht und sind komfortabler und sicherer in der Anwendung für den Patienten. Da in 80% der Fälle von Trockenem Auge eine Störung der Lipidschicht vorliegt, sind oftmals Präparate mit Phospholipid-Liposomen am geeignetsten. Diese stabilisieren den Tränenfilm optimal und schützen ihn vor Verdunstung.

Reicht dies nicht aus, kann zusätzlich auch eine spezielle antientzündliche Therapie (z. B. mit Kortison- und/oder Cyclosporin-Augentropfen) erforderlich werden.

Neben diesen Maßnahmen besteht auch die Möglichkeit, die verfügbare Tränenmenge zu erhöhen, indem man z.B. die Tränenabflusskanälchen verschließt.
Neuerdings gibt es auch Hinweise, dass die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Tränenfilmqualität verbessern kann. Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl von Ergänzungsmaßnahmen

MERKE: Die Wirksamkeit der ausgewählten Therapie kann manchmal erst nach Wochen oder Monaten beurteilt werden

 
 

Was jeder tun kann um ein Trockenes Auge zu vermeiden

Die Symptome des Trockenen Auges können durch einige Vorsichtsmaßnahmen gemindert oder vermieden werden:

TIPP: Trinken Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag und achten Sie auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, die reich an essenziellen Fettsäuren ist.

  • Meiden Sie trockene, staubige oder verrauchte Luft.
  • Achten Sie auf das Raumklima, lüften Sie häufig und benützen Sie geeignete Luftbefeuchter.
  • Nutzen Sie die Auto-Klimaanlage nur, wenn es sein muss.
  • Achten Sie auf die richtige Einstellung und auf eine qualitativ hochwertige Auflösung Ihres Bildschirms bei Fernsehgerät und Computer.
  • Gehen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zum Augenarzt.
  • Beim Auftreten von Symptomen eines Trockenen Auges sollte der Augenarzt aufgesucht werden

Quellen: Polytech Domilens, BVA, Alcon

Weitere Informationen finden Sie in unserer Patientenbroschüre:

POLYEYE comfort Patientenbroschüre

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