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In diesem Glossar sind die wichtigsten Fachbegriffe rund um die Website übersichtlich aufgeführt und können jederzeit nachgeschlagen werden.

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Aderhaut

Die Aderhaut (Chorioidea) bildet zusammen mit dem Ziliarkörper und der Regenbogenhaut die mittlere Augenhaut. Sie ist eine schwarzbraun pigmentierte Haut und liegt der Lederhaut innen an. Sie enthält zahlreiche Blutgefäße, die die Netzhaut (Retina) versorgen. Durch die eingelagerten Pigmente wirkt die Aderhaut wie die Wand einer Dunkelkammer und verhindert, dass Lichtstrahlen außerhalb der Pupillenöffnung in den Augapfel einfallen können.

Akkommodation

Die Akkommodation des Auges ist die Anpassung der Brechkraft der Augenlinse auf unterschiedlich weit entfernte Objekte. Die Akkommodation funktioniert nur, durch die Elastizität der menschlichen Augenlinse. Nur so ist ein Wechsel von Nah- zu Fernsicht möglich. Durch die Muskeln wird die Linse entweder gestreckt oder gestaucht, sodass das einfallende Licht immer auf die Makula (den Punkt des schärfsten Sehens) auf die Netzhaut fällt. Dazu spannt sich der Ringmuskel, auch Ziliarmuskel genannt, rund um die Linse an oder lockert sich. Je nachdem werden dann auch die Zonulafasern, die den Muskel mit der Augenlinse verbinden gestrafft oder entspannt. Sie ziehen dann die Linse auseinander oder lassen eine Wölbung zu.

Akkommodation bezeichnet also die Fähigkeit des menschlichen Auges, Gegenstände in verschiedenen Entfernungen stets scharf wahrnehmen zu können. Damit der Mensch bei diesem Wechsel der Entfernungen immer scharf sieht, muss sich das Auge mithilfe des Zilliarmuskels rund um die Augenlinse darauf entsprechend einstellen.
Wie funktioniert die Akkommodation?

Der Nahpunkt

Wichtige Begriffe, um die Akkommodation zu verstehen sind der Nah- und Fernpunkt. Der Nahpunkt ist die minimale Sichtweite, die ein Mensch sehen kann. Er ist der Punkt, an dem Ziliarmuskel rund und die Linse maximal gewölbt ist. Der Nahpunkt liegt bei Kindern bei ca. 7 cm. Mit zunehmendem Alter rückt der Punkt immer weiter vom Auge weg.

Der Fernpunkt

Das Gegenteil zum Nahpunkt ist der Fernpunkt. Er ist der Punkt, den ein Mensch maximal noch sehen kann, das heißt auf den das Auge ohne Akkommodation eingestellt ist. Hierbei ist der Ziliarmuskel entspannt und die Linse maximal gestreckt. Bei einem gesunden Auge liegt er theoretisch im Unendlichen. Bei Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit verschiebt sich der Fernpunkt entweder kurz vor oder kurz hinter die Netzhaut.

Fernakkommodation und Nahakkommodation

Die Fernakkommodation ist der entspannte Normalzustand des Auges. Der Ziliarmuskel rund um die Augenlinse ist entspannt und die Zonulafasern, die den Muskel mit der Linse verbinden stehen unter Spannung. Sie ziehen die Linse in eine flache und längliche Form, so kann der Mensch, Objekte, die mehr als 3 Meter entfernt sind scharf sehen.

Die Nahakkommodation ist das Gegenteil. Sie bezeichnet die Fähigkeit des Auges sich so zu verformen, dass der Mensch Objekte, die sehr nah (ca. 30 cm) vor dem Auge liegen, scharf zu sehen. Dabei spannt sich der Ziliarmuskel rund um die Linse an, sodass die Zonulafasern erschlaffen. Dies lässt der Linse den nötigen Raum, um zu entspannen und sich kugelförmig zu wölben.
Das Alter und die Akkommodation

Die Fähigkeit der Nahakkommodation lässt in der Regel mit zunehmendem Alter nach. Ab einem Alter von ungefähr 40 Jahren setzt die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) ein. Die Augenlinse verliert an Elastizität und wird härter. Dies führt, dazu, dass sie nahe Objekte dann nicht mehr scharf fokussieren kann.

Allergene

Auch im Auge kann es zu einer allergischen Reaktion kommen – das Immunsystem reagiert auf einen unpassenden Reiz mit Abwehr. Wenn das Allergen an die Bindehaut gelangt, reagiert sie mit Rötung, Jucken und Schmerz.
Pollen, Hausstaub, Kosmetikprodukte, Tierhaare und weitere Umweltstoffe können eine allergische Reaktion hervorrufen.

Amblyopie

Die Amblyopie (auch Schwachsichtigkeit genannt) ist eine Sehschwäche auf einem oder auch, in sehr seltenen Fällen, beiden Augen, welche meist auf die frühe Kindheit zurückzuführen ist.
Die Amblyopie entsteht meist in der Sehentwicklungsphase eines Kindes. Die Sinneszellen sind nicht ausreichend stimuliert und ermöglichen dem Kind keine optimale Sehschärfenentwicklung.
Ursachen der Amblyopie ist eine unzureichende oder völlig fehlende Stimulanz der Sinneszellen. welche für eine normale Entwicklung der Sehschärfe essenziell ist. Diese wird meist hervorgerufen durch eine sehr starke Kurz- oder Weitsichtigkeit, ein schielendes Auge, Grauer Star oder auch Ptosis (herabhängendes Lid).
Die neuronalen Verbindungen im Gehirn können so nicht richtig ausgebildet werden.
Die häufigste Therapiemethode ist die Okklusionstherapie. Dabei wird dem Kind das normalsichtige Auge mit einem Pflaster abgedeckt, so dass das schlecht sehende Auge gefördert werden kann.

Amotio Retinae

Die Ablatio retinae (auch Amotio retinae) bezeichnet die Ablösung der inneren Anteile der Netzhaut (Neuroretina) des Auges von ihrer Versorgungsschicht, dem retinalen Pigmentepithel (RPE).

Eine Netzhautablösung kann ohne äußere Ursache auftreten, in der Regel durch ein Loch in der Netzhaut (rhegmatogene Netzhautablösung), nach Augenverletzungen oder als Folge von anderen Augenerkrankungen wie der diabetischen Retinopathie.

Folgende Symptome können auftreten:

das Sehen von Blitzen (Photopsien) als Folge des Glaskörperzugs – besonders der rhegmatogenen Netzhautablösung
das plötzliche Auftreten von dichten schwarzen oder roten Flecken im Gesichtsfeld („Rußregen“) als Folge einer mit dem Netzhautriss einhergehenden Blutung
vorhangartige Gesichtsfeldeinschränkungen, wenn die Netzhautablösung größere Ausmaße erreicht hat

Das Ablösen kann völlig ohne Symptome geschehen, erst wenn die Netzhautmitte (Makula) erreicht ist wird das Problem sichtbar, z.B. durch eine verzerrte Darstellung.

Wenn nicht sofort reagiert wird, kann es zu einem irreparablen Funktionsverlust der betroffenen Netzhautanteile kommen. Nach Wiederanlage der betroffenen Netzhaut kann sich die Funktion in Abhängigkeit von der Dauer der Ablösung wieder bessern. Wird die Ablösung nicht behoben, tritt eine Erblindung des betroffenen Auges ein. Langfristig droht eine schmerzhafte Schrumpfung des Augapfels (Phthisis bulbi) einhergehend mit dem Verlust des Auges.

Antioxidantien

Antioxidantien sind wichtige natürliche Stoffe für den Körper, denn sie schützen die Zellen vor schädlichen freien Radikalen und können als mittels Nahrung und/oder Nahrungsergänzungsmitteln bei der Therapie und Vorbeugung diverser Augenkrankheiten unterstützen:

Wie trockene Augen
Augenkrankheiten wie
Grauer Star (Katarakt- Trübung der Augenlinse)
Grüner Star (Glaukom)
Makuladegeneration

Die Ursache liegt oft in einem Übermaß an freien Radikalen im Körper.

Zum Teil kann der Körper Antioxidantien in Form von Enzymen selbst produzieren. Der Großteil der „Gesundheitshelfer“ wird jedoch über die Nahrung aufgenommen, die viele natürliche Inhaltsstoffe mit antioxidativer Wirkung enthält.

Zu den wichtigsten Antioxidantien, die über die Nahrung aufgenommen werden, gehören:

Vitamine (vor allem Vitamin C und E sind ausgewiesene Augenvitamine)
Carotinoide wie Beta-Carotin (die Vorstufe des Vitamin A), Lutein und Zeaxanthin
Spurenelemente wie Selen und Zink
Sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane und Polyphenole

Diese Lebensmittel sind besonders reich an wertvollen Antioxidantien:

Früchte
Gemüse
Kräuter
Ölsaaten und Nüsse
Naturbelassene Öle und Fette

Aphakie

Unter Aphakie versteht man die Linsenlosigkeit eines Auges. Dieser Zustand ist entweder angeboren oder erworben – wobei eine angeborene Aphakie äußerst selten ist. Meist führt ein Unfall oder eine Operation dazu, dass dem Auge eine Linse fehlt. Demnach ist die Aphakie an sich keine Augenkrankheit, sondern vielmehr die Folge einer Erkrankung. Die Aphakie findet man heute nur noch selten, da nach der Entfernung der natürlichen Linse diese meist durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Dieser Zustand wird Pseudophakie genannt.

Astigmatische Keratotomie

Die Astigmatische Keratotomie ist ein Operationsverfahren, das zur Verringerung einer hochgradigen Hornhautverkrümmung ab ca. 5 Dioptrien eingesetzt wird.

Astigmatismus

Astigmatismus ist eine Fehlsichtigkeit des Auges, die meist durch eine Hornhautverkrümmung hervorgerufen wird. Das visuelle Bild wird dabei nicht punktförmig, sondern länglich verzerrt auf der Netzhaut abgebildet. Aus diesem Grund ist der visuelle Eindruck in einigen Bereichen unscharf. Je stärker der Astigmatismus, um so unschärfer das Bild. Der deutsche Begriff für Astigmatismus lautet daher Stabsichtigkeit.

Atropin

Atropin (abgeleitet von Atropos, griechische Schicksalsgöttin) ist ein sehr giftiges Tropan-Alkaloid, welches in der Natur in diversen Pflanzen wie der Engelstrompete, dem Stechapfel oder der Tollkirsche vorkommt. Aufgrund seiner Wirkung direkt auf das vegetative Nervensystem wird es in der Medizin in verschiedenen Anwendungsgebieten eingesetzt: vor Augenuntersuchungen, gegen Magen-Darm-Krämpfe, bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder Vergiftungen.

Atropin wird in der Augenheilkunde in Form von Augentropfen zur diagnostischen und therapeutischen Akkommodationslähmung eingesetzt. Als Mydriatikum (pupillenerweiterndes Arzneimittel) wird Atropin aufgrund seiner langen Wirkdauer primär zur therapeutischen, jedoch nicht zur kurzzeitigen diagnostischen Erweiterung der Pupillen verwendet.

Augeninnendruck

Der Augeninnendruck (Tensio) bezeichnet den Druck, der auf der Augeninnenwand lastet. Er wird durch das Zusammenspiel von Kammerwasserproduktion und Kammerwasserabfluss beeinflusst. Der Normwert liegt bei ca. 15,5 mmHg (Untergrenze bei 10 mmHg, Obergrenze bei 21 mmHg).

Eine Erhöhung oder Verminderung des Augeninnendrucks über einen längeren Zeitraum kann schwerwiegende Folgen für das Sehvermögen haben.

Eine Erhöhung des Augeninnendrucks ist entweder durch eine verstärkte Produktion von Kammerwasser oder einen verminderten Abfluss desselben bedingt. Durch das erhöhte Volumen im Ziliarkörper des Auges entsteht ein erhöhter Druck auf die Wand. Die Folge von einer Erhöhung kann ein Glaukom (Grüner Star) mit Schädigung des Sehnervs sein.

Eine Verminderung des Augeninnendrucks ist in der Regel auf eine verminderte Produktion von Kammerwasser zurückzuführen. Da die Netzhaut des Auges nur durch den Augeninnendruck auf ihrer Position gehalten wird, kann es im Fall eines verminderten Drucks zu einer Netzhautablösung kommen. Wird diese nicht schnellstmöglich behandelt, kommt es zur Erblindung.

B

Bulbus

Der Augapfel oder Bulbus oculi befindet sich innerhalb der knöchernen Augenhöhle (Orbita) und ist von schützendem Fettgewebe umgeben. Er ist nahezu kugelförmig, was insbesondere durch den Zug der äußeren Augenmuskulatur bedingt ist. Des Weiteren wirkt der Druck des orbitalen Fettgewebes sowie der angrenzenden Strukturen formgebend auf den Bulbus.
Innerhalb der Augenheilkunde kann der Augapfel in einen vorderen Abschnitt (Lederhaut, Bindehaut, Iris, Ziliarkörper, Linse sowie Vorder- und Hinterkammer mit Kammerwasser) sowie einen hinteren Abschnitt (Glaskörper, Aderhaut, Netzhaut einschließlich Sehnervenpapille) eingeteilt werden.
Bei Normalsichtigen beträgt der Durchschnitt des Bulbus im Mittel 24 mm in axialer Richtung und besitzt ein Volumen von ca. 7 ml.

C

Choroidea

Die Choroidea oder Aderhaut ist eine pigmentierte und stark vaskularisierte Schicht der mittleren Augenhaut (Tunica vasculosa bulbi). Sie befindet sich in den hinteren zwei Drittel des zwischen Sklera und Retina.

Die Choridea dient in erster Linie der Versorgung der äußeren Netzhautanteile. Darüber hinaus scheint die Choridea ein starken Einfluss auf das Augenwachstum und die Akkomodation zu haben, der noch nicht vollständig aufgeklärt ist.

CMV-Retinitis

Infektionen mit Zytomegalie-Viren (CMV) kann u.a. zu einer Entzündung der Netzhaut (Retinitis) führen. Wenn die CMV-Retinitis nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, ist immer der Visus bedroht. Die CMV-Retinitis war früher eine häufige AIDS-Erkrankung, an der bis zu 30 % der Patienten erblindeten.

Das Zytomegalievirus (auch Cytomegalievirus) gehört zu den Herpesviren und verbleibt nach einer Erstinfektion im Körper des Betroffenen und kann reaktiviert werden. Für die meisten Menschen ist die Zytomegalievirus-Infektion harmlos und verläuft unbemerkt. Schwere Krankheitsverläufe gibt es vor allem bei Menschen mit einer Immunabwehrschwäche oder bei Schwangerschaften.

Cornea

Die Hornhaut (Cornea) ist der glasklare, von Tränenflüssigkeit benetzte, gewölbte vordere Teil der äußeren Augenhaut. Sie ist eine elliptische Scheibe von durchschnittlich 11,5 mm Durchmesser, zum Lichteinfall hin gekrümmt und leistet einen Großteil der Lichtbrechung. Im Vergleich zu den Augenkammern, der Linse und dem Glaskörper besitzt sie mit 43 Dioptrien die größte Brechkraft. Sie ist der frontale Abschluss des Augapfels.

Crosslinking

Crosslinking (Quervernetzung) ist ein Verfahren zur Behandlung eines Karatokonus.

Beim Keratokonus ist die biomechanische Stabilität der Hornhaut durch eine zu geringe Vernetzung des Kollagens reduziert. Kollagen ist Teil das Stützgerüstes der Hornhaut.

Das Ziel des Crosslinkings mittels Riboflavin und UV-A-Licht ist die künstliche Vernetzung des Kollagens um eine ausreichende Stabilität herzustellen. Diese wird im Bindegewebe hauptsächlich durch die Anzahl der Querverbindungen zwischen den Fasern eines Gewebes erreicht. Ein Fortschreiten des Keratokonus soll so verhindert werden.

Die Kosten für eine Crosslinkingbehandlung werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen

D

Descemet Membran

Die Descemet-Membran – auch als Demours-Membran, Lamina limitans posterioroder auch hintere Basalmembran bezeichnet – ist die dickste Basalmembran im menschlichen Körper. Sie ist eine von sechs Schichten der Hornhaut (Cornea). Bei der Geburt ist sie etwa 3µm und im Erwachsenenalter 8–10µm dick. Die Descemet-Membran nimmt also im Laufe des Lebens an Dicke zu.

Die Descemet-Membran ist in verschiedene Schichten unterteilt: Eine ungebundene, etwa 0,3µm dicke Schicht, die direkt an das Stroma angrenzt, eine 2–4µm dicke vordere Schicht und eine hintere formlose, ungebundene Schicht mit mehr als 4µm Dicke. Die Descemet-Membran ist durchsichtig, homogen und besteht hauptsächlich aus Kollagenfasern des Typs VIII und Laminin und gilt als widerstandsfähigste und elastischsten Membran der gesamten Hornhaut.

Diabetische Retinopathie

Die Diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut des Auges durch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Sie ist die häufigste Ursache für Erblindung bei Patienten zwischen 20 und 65 Jahren in Europa und Nordamerika. Bei der Krankheit kommt es zu Schädigung kleiner Blutgefäße der Netzhaut die in der Spätform zur Erblindung führen können. Mit den derzeitigen Therapieverfahren kann der Verlauf der Erkrankung verzögert oder bestenfalls gestoppt jedoch nicht geheilt werden. Durch eine strenge Einstellung des Blutzuckerspiegels kann das Fortschreiten einer diabetischen Retinopathie verhindert oder zumindest verzögert werden.

Dioptrie

Die Dioptrie ist eine Maßeinheit für die Stärke, mit der ein Brillenglas das Licht bricht. Damit ist die Dioptrie auch eine Kennzahl für die Fehlsichtigkeit des Auges. Minus-Werte entsprechen der Kurzsichtigkeit, Plus-Werte der Weitsichtigkeit. Ob positiv oder negativ: Je höher die Dioptrien-Zahl, desto stärker die Brechkraft des Brillenglases und damit die Fehlsichtigkeit. Beim Augenoptiker wird die Brechkraft der Brillengläser fast immer in Viertel-Dioptrien-Stufen (0,25 Dioptrien-Stufen) angegeben.

Drusen

Als Drusen bezeichnet man kleine, gelbliche Ablagerungen unterhalb der Netzhaut. Drusen verursachen per se keine Einschränkung der Sehkraft, können jedoch zu Störungen der Farb- und Kontrastsensitivität führen. Sie kommen in allen Altersklassen vor, nehmen jedoch mit steigendem Lebensalter an Größe und Anzahl zu. Bei den Drusen handelt es sich um Abbauprodukte aus dem Seh-Stoffwechsel, die nicht mehr ausreichend abtransportiert werden können. Es wird in sogenannte harte Drusen und weiche Drusen unterschieden. Bei Vorliegen von vielen weichen Drusen steigt das Risiko, dass sich eine feuchte AMD entwickeln kann.

E

Epithel

Das Epithel des Auges ist die äußerste Schicht der Hornhaut und besteht aus verschiedenen Zelltypen. Seine Hauptaufgabe liegt im Schutz vor Fremdkörpern wie Entzündungserregern, Staub und Wasser. Darüber hinaus sorgt das Epithel im Zusammenspiel mit dem Tränenfilm für eine glatte Oberfläche. Über diese können Nährstoffe aus der Tränenflüssigkeit aufgenommen und die tieferen Hornhautschichten weitergeleitet werden. Im Gegensatz zum Endothel werden die Zellen im Epithel ständig erneuert.

Extrakapsuläre Kataraktextraktion

Bei der operativen Entfernung einer eingetrübten Augenlinse (Kataraktoperation) gibt es grundsätzlich zwei Operationsmethoden: die extrakapsuläre Kataraktextraktion (ECCE) und die intrakapsuläre Kataraktextraktion (ICCE).

Bei der extrakapsulären Kataraktextraktion (ECCE) wird die getrübte Augenlinse mit Ultraschallenergie zerkleinert und aus dem Kapselsack (der Hülle der Linse) abgesaugt. Der Kapselsack bleibt bei dieser Technik erhalten und die Kunstlinse (IOL) wird in den Kapselsack implantiert. Dies ist seit den 1960er-Jahren die Standardtechnik in Westeuropa.

F

Femtosekundenlaser

Femtosekundenlaser sind Laser, die Lichtpulse aussenden, deren Dauer im Femtosekunden-Bereich (1 fs = 0,000 000 000 000 001 s) liegt.

Ursprünglich wurde die Femtosekundenlaser-Technik seit dem Jahre 2001 im Bereich der refraktiven Chirurgie (LASIK) eingesetzt, dann aber zu einem hochpräzisen Instrument für die Katarakt-Operation weiterentwickelt. Durch eine starke Fokussierung (kleiner Lichtpunkt) entstehen hohe Intensitäten im Fokuspunkt. Bei kurzer Pulsdauer werden pro Puls geringe Energiemengen eingesetzt. Dadurch wird das Gewebe auf atomarer Ebene durch die Umwandlung von Laserenergie in mechanische Energie (Photodisruption) getrennt. Sehr kurze Wechselwirkungszeiten verhindern thermische Schäden, und das Gewebe wird geschont.

Fibrose

Als Fibrose bezeichnet man die krankhafte Bindegewebsvermehrung, die als überschießende Heilungsreaktion nach Verletzung, Infektion oder Entzündung entstehen kann. Dies kann diverse Organe des menschlichen Körpers betreffen – so auch das Auge.

Fluoreszenzangiographie

Fluoreszenzangiographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Diagnostik von Erkrankungen des Augenhintergrundes (siehe Angiographie). Dabei wird bei medikamentös erweiterter Pupille die Anflutung und Verteilung eines geeigneten Farbstoffes, beispielsweise Fluorescein oder Indocyaningrün, dokumentiert.

Fovea

Fovea steht für Fovea centralis, eine im Zentrum des Gelben Flecks gelegene Einsenkung, der Bereich des schärfsten Sehens der Netzhaut bei Säugetieren.

Fundus

Der Augenhintergrund (Fundus, lateinisch Fundus oculi) ist die durch den transparenten Glaskörper hindurch sichtbare Innenwand des Augapfels und beinhaltet folgende anatomische Strukturen:

Netzhaut (Retina)
Sehnervenkopf (Papille bzw. Blinder Fleck)
Gefäße (Arteria und Vena centralis retinae)
Gelber Fleck (Macula lutea)
Peripherie der Netzhaut und Übergang zwischen Netzhaut und dem Ziliarkörper (Ora serrata)

In der Ophthalmologie erfolgt ein Einblick in das Auge bei, erweiterter Pupille (ggf. medikamentös) mit Hilfe verschiedener Instrumente (Funduskopie).

G

Glaskörper

Der Glaskörper (lat. Corpus vitreum) ist eine gelartige und durchsichtige Substanz, die sich im inneren des Auges befindet. Er füllt den gesamten Raum zwischen Augenlinse und Netzhaut aus und dient vor allem dem Erhalt der Augenform. Gleichzeitig ist seine Transparenz wichtige Voraussetzung dafür, dass gebrochene Lichtstrahlen ungehindert bis zur Netzhaut einfallen können.

Glaukomanfall

Beim Glaukomanfall kommt es schlagartig zu einer deutlichen Erhöhung des Augeninnendrucks. Im Gegensatz zu den sonstigen Formen des Glaukoms ist das Geschehen hier nicht langwierig, sondern tritt plötzlich ein. Es handelt sich um einen ophthalmologischen Notfall.

Es kommt zu einer ausgeprägten Sehverschlechterung, bei der Betroffene wie durch einen Nebel sehen und störende Farbringe in Regenbogenfarben vor dem Auge auftauchen. Ein Glaukomanfall ist immer eine Notfallsituation, denn es droht eine Schädigung des Sehnervs und im schlimmsten Fall kann es zur Erblindung kommen.

H

Das hintere Segment wird vorne durch die Linse begrenzt und reicht bis zum Augenhintergrund; enthält Glaskörperflüssigkeit und wird auch als Glaskörper bezeichnet.

Hintere Augenkammer

Die hintere Augenkammer (Camera posterior bulbi) ist ein mit Kammerwasser gefüllter Bereich des Auges. Er liegt zwischen der Regenbogenhaut (Iris) und der Vorderseite des Glaskörpers. In der hinteren Augenkammer befindet sich die Augenlinse, die über die Zonulafasern an dem ringförmigen Ziliarmuskel befestigt ist. Durch die Pupille, die Öffnung im Zentrum der Regenbogenhaut, geht die hintere Augenkammer fließend in die vordere Augenkammer über

Hinterkammerkapsulotomie

Eingriff, bei dem mittels YAG-Lasers die Öffnung im hinteren Bereich der Linsenkapsel gelasert wird, wenn diese nach einer Kataraktoperation getrübt ist

Hornhautdystrophie

Die Hornhautdystrophie (HD) ist eine Gruppe unterschiedlicher, angeborener nicht-entzündlicher, progredienter Erkrankungen (Dystrophien), die auf die Hornhaut beidseits beschränkt sind.

Hornhautendothel
Innere Gewebeschicht, das sogenannte Endothelgewebe der Hornhaut.

Das Endothel besteht aus einer Einzelschicht hexagonaler Zellen. Diese sind etwa 5 µm dick und messen einen Durchmesser von ca. 20 µm. Normalerweise sind die Zellen in ihrer Form regelmäßig und ähnlich groß. Die Zelldichte beträgt bei jungen, erwachsenen Menschen ungefähr 3500 Zellen/mm². Diese Anzahl ist aber mit fortschreitendem Alter und unabhängig von Erkrankungen stetig abnehmend, bis es im hohen Alter noch etwa 2000 Zellen/mm² aufweistDie vordere Seite der Zellen grenzt flach an die Descemet-Membran, die hintere Seite an die Vorderkammer des Auges. Hier sind die Zellen nicht mehr flach, sondern besitzen Mikrozotten und zum Rand hin Falten, wodurch eine größere Oberfläche zum Kammerwasser entsteht. Die Endothelzellen sind eng miteinander durch komplexe Anschlussstellen verbunden. Es sind aber keine Desmosomen vorhanden. Durch Spaltverbindungen können Moleküle und Elektrolyte zwischen den Endothelzellen hindurch gelangen. Die gegenseitige Verbindung der Endothelzellschicht schafft eine für das Kammerwasser durchlässige Barriere.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Endothels ist es, den Hydratationszustand und somit die Transparenz der Hornhaut aufrechtzuerhalten. Eine weitere Aufgabe besteht in der Synthese bestimmter Komponenten der Descemet-Membran und der Regulierung des Austausches von Stoffwechselprodukten zwischen Kammerwasser und Stroma. Das durch den Stoffwechselvorgang eindringende Wasser muss von den Endothelzellen unter Verbrauch von Stoffwechselenergie wieder aus der Hornhaut herausgepumpt werden.

Hornhautepithel

Äußere Gewebeschicht, das sogenannte Epithelgewebe der Hornhaut, das für 90 Prozent des Stoffwechsels verantwortlich ist.

Die Oberfläche der Hornhaut besteht aus fünf bis sechs Schichten mehrschichtiger Epithelzellen. Das Epithel ist im Mittel 40–60 µm dick, wobei seine Dicke zum Limbus hin zunimmt. Das Hornhautepithel besteht von innen nach außen aus drei verschiedenen Zelltypen, den Basal-, Flügel- und Schuppenzellen. An der Basalmembran haften die Basalzellen, die in ihrer Form hochprismatisch mit senkrecht stehendem Kern sind und 35–45 % der Gesamtdicke des Epithels ausmachen. Diese basalen Zellen in der Limbusregion sind teilungsfähig und bilden das Keimschichtepithel der Cornea. Außerhalb der Basalzellen liegen die zwei- oder dreischichtigen Flügelzellen, die aus ehemaligen Basalzellen bestehen und bei ihrer Zellwanderung zur Außenseite flach werden

Da die Hornhaut gefäßlos ist, ist sie nicht in der Lage eine eigene Immunantwort einzuleiten. Aus diesem Grunde findet man im Epithel in der Nähe des Limbus die Langerhans-Zellen. Diese werden bei Kontakt mit Fremdantigenen aktiviert, wandern von der Limbusregion zu den nächstgelegenen Lymphknoten und lösen dort eine Immunreaktion gegen das Antigen aus.

Die ineinander verflochtenen Basalzellen, welche die unterste Zelllage des Epithels bilden, sind im Schnitt jeweils etwa 24 μm hoch und 12 µm breit. Durch ihre Desmosomen an den Vorder- und Seitenwänden sowie basale Hemidesmosomen-Verankerungen mit der Basalmembran wird das Hornhautepithel widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung (z. B. Augenreiben).

Hyperopie

Hyperopie = WeitsichtigkeitDas weitsichtige Auge hat im Verhältnis zur Brechkraft der Linse eine zu kurze Achsenlänge. Parallel ankommende Lichtstrahlen werden hinter der Netzhaut gebündelt und werden daher unscharf abgebildet. Bei einem normalen Auge werden sie genauso gebrochen, dass sich exakt auf der Netzhaut ein scharfes Bild bildet. Die Weitsichtigkeit kann teilweise durch eine Erhöhung der Brechkraft der Linse ausgeglichen werden.

Je nach Ursache unterscheiden Augenärzte zwischen einer Achsenhyperopie und einer Brechungshyperopie. Die Achsenhyperopie kommt durch ein zu kurzes Auge zustande, während die Brechungshyperopie durch eine zu geringe Brechkraft der Hornhaut und Linse ausgelöst wird. Es sind zudem Kombinationen aus beidem möglich.

I

Intrakapsuläre Kataraktextraktion

Bei der operativen Entfernung einer eingetrübten Augenlinse (Kataraktoperation) gibt es grundsätzlich zwei Operationsmethoden: die extrakapsuläre Kataraktextraktion (ECCE) und die intrakapsuläre Kataraktextraktion (ICCE).

Bei der intrakapsulären Kataraktextraktion (ICCE) wird die eingetrübte Linse im Ganzen samt Kapselsack entfernt. In besonderen Fällen kommt die intrakapsuläre Kataraktextraktion in Westeuropa gelegentlich noch zum Einsatz.

Iridektomie

Die basale Iridektomie bezeichnet einen operativen Eingriff zum Ausgleich des Augeninnendrucks. Das Verfahren kommt beispielsweise bei Diagnose eines Grünen Stars (Glaukom) zum Einsatz, um einem akuten Glaukomanfall vorzubeugen. Es handelt sich damit um eine Form der operativen Behandlung des Grünen Stars.

Im Rahmen einer basalen Iridektomie erstellt der Chirurg ein kleines Loch in die Regenbogenhaut (Iris) des Auges, wodurch der vorderen und hinteren Augenkammer der Austausch von Kammerflüssigkeit möglich ist. Dadurch kann sich die vordere Augenkammer wieder vertiefen und den Kammerwasserabfluss freigeben. Der Augeninnendruck reguliert sich automatisch und der Druck auf den empfindlichen Sehnerv im hinteren Augenbereich lässt nach.

Iridotomie

Die Laser-Iridotomie (Laser Peripheral Iridotomy, LPI) ist in der Augenheilkunde eine Operation, bei der mittels eines YAG-Lasers winzige Löcher in der Iris erzeugt werden. Diese dienen als zusätzliche Durchflussöffnung für die Kammerwasser­zirkulation zwischen vorderer und hinterer Augenkammer. Sie wird bei Augenerkrankungen wie dem Engwinkelglaukom angewandt. Das Prinzip ähnelt der Iridektomie, jedoch ohne Resektion und ist somit nicht invasiv. Die Durchführung erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Sie ist schmerzlos mit wenigen Risiken und Nebenwirkungen.

Iris

Die Iris ist der vorderste Teil der mittleren Augenhaut (Uvea) und wird auch Regenbogenhaut genannt. Sie umgibt die Pupille als farbiger Ring. Ihren Namen hat sie von einer Figur der griechischen Mythologie: Iris, Göttin des Regenbogens.

Die Iris macht uns unverwechselbar: Sie bestimmt unsere Augenfarbe und ist bei jedem Menschen so einzigartig wie der Fingerabdruck.

IVOM

Wie verläuft eine intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM)? Ein VEGF-Hemmer wird direkt ins Auge gespritzt. Das Volumen dieser intravitrealen Injektion (Injektion in den Glaskörper des Auges) beträgt 0,1-0,05ml und ist damit sehr klein.

Eine Makuladegeneration galt lange Zeit als nicht behandelbar. Zwar wurden an einigen Spezialzentren Operationsmethoden angeboten, die jedoch aufwändig und belastend waren. Seit 2006 hat sich die Behandlungschance deutlich verbessert, als erstmals ein Medikament zur Hemmung des Wachstumsfaktors VEGF beim Menschen eingesetzt wurde. Damit lässt sich eine feuchte Makuladegeneration erfolgreich behandeln. Inzwischen steht eine Reihe von neu entwickelten, hochwirksamen Medikamenten bereit, die meist eine ähnliche Wirkungsweise haben und mehr oder weniger spezifisch den Wachstumsfaktor VEGF hemmen.

K

Kammerwasser

Das Kammerwasser in der Augenkammer hat die wichtige Funktion, das Auge bzw. dessen Gewebe zu versorgen. Dabei unterliegt es einem ständigen Gleichgewicht zwischen Zufluss und Abfluss. Störungen dieses Gleichgewichts können zu schweren Augenerkrankungen bis hin zur Erblindung führen.

Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit, die sich in der vorderen und hinteren Augenkammer befindet. Es hat eine ähnliche Zusammensetzung wie Blutplasma. Allerdings enthält es weniger Eiweiße und Bilirubin. Daher erscheint es auch farblos. Als Hauptbestandteil besteht es zu 98 Prozent aus Wasser.

Kapselfibrose

Nach einer Operation am Grauen Star kann sich innerhalb von Monaten eine neue Eintrübung an der verbliebenen Hinterkapsel der Linse bilden. Die Sehkraft ist dann erneut herabgesetzt. Dieser so genannte Nachstar kann mit dem Laser oder durch eine Operation behandelt werden. Ein Nachstar entwickelt sich bei bis zu 50 Prozent der an der Katarakt operierten Augen.

Kapselspannring

Kapselspannringe stabilisieren den Kapselsack bei geschwächten oder angegriffenen Zonulafasern.

Bereits seit 1991 werden in der Kataraktchirurgie Kapselspannringe angewendet. Primär wurde der Kapselspannring hauptsächlich für die Kataraktoperation von subluxierten Linsen angewendet, um eine gute Positionierung der IOL zu gewährleisten.

Kapselspannringe können für eine Vielzahl von weiteren Indikationen eingesetzt werden. Neben der Stabilisierung des Kapselsackes ist auch die langfristige Verhinderung der Kapselsackschrumpfung bei kongentinalen Katarakten eine Indikation. aber auch eine Prävention einer verminderten Nachstarbildung.

Kapsulorhexis

Die kreisrunde Eröffnung des Kapselsacks nennt man eine Kapsulorhexis.

Die Eröffnung des Kapselsackes stellt den eigentlichen Beginn der Kataraktoperation dar, nachdem der Operateur mit einem feinen Instrument am Hornhautrand in das Augeninnere eingegangen ist. Diese Manipulation am Kapselsack erfolgt mit einer dünnen abgebogenen Nadelspitze (Kanüle) oder einer Pinzette.

Im Zeitalter des Augenlaserns wird dieser Schritt von dem Femtosekundenlaser übernommen. Er schneidet in Bruchteilen von Sekunden – und natürlich völlig schmerzlos für den Patienten – ein kreisrundes Stückchen des Kapselsacks aus, das aus dem Auge entfernt wird. Dank des Lasers ist diese Öffnung des Kapselsacks, die Kapsulotomie, präziser und gleichmäßiger als es einem Operateur manuell möglich ist.

Keratoconjunctivitis

Konjunktivitis (umgangssprachlich Bindehautentzündung) ist der medizinische Fachausdruck für eine akute oder chronische Entzündung der Bindehaut (Tunica conjunctiva) des Auges. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und wird dementsprechend kategorisiert.

Die Keratoconjunctivitis sicca, auch als Syndrom des trockenen Auges bezeichnet, ist ein durch Trockenheit der Augen gekennzeichnetes Krankheitsbild aus der Augenheilkunde. Typische Symptome sind Rötung und Brennen des Auges, einhergehend mit Fremdkörpergefühl, die durch eine Störung des Tränenfilms verursacht werden. Diese Störung des Tränenfilms kann auf unzureichender Produktion von Tränenflüssigkeit beruhen oder auf einem unvollständigen Aufbau des dreischichtigen Tränenfilms.

Keratoconjunctivitis vernalis

Die Keratoconjunctivitis vernalis (VKC) ist eine beidseitige, rezidivierende Bindehautentzündung, die schubweise – bevorzugt im Frühjahr – auftritt. Klinisches Charakteristikum sind die Ausbildung von Riesenpapillen im Tarsusbereich und/oder limbusnahe Veränderungen.

Keratokonus

Der Keratokonus bezeichnet die fortschreitende Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut des Auges. Die Krankheit ist immer beidseitig, kann aber auf einem Auge schwächer ausgeprägt sein oder überhaupt nicht symptomatisch werden.

In der Regel sind die Betroffenen kurzsichtig. Diese Kurzsichtigkeit kann allerdings nicht vollständig mit einer Sehhilfe korrigiert werden, da die kegelförmige Hornhautvorwölbung eine irreguläre Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bedingt.

Keratometer

Apparat zur Messung der Oberflächenkrümmung der Hornhaut. Auf Grund dieser Messungen kann eine Kontaktlinsenanpassung bzw. Intraokularlinsenberechnung (IOL) erfolgen. Mit den zentralen Keratometriewerten und den Topometriewerten wird der Flächenverlauf der Hornhautoberfläche beschrieben.

Konjunctiva

Die Bindehaut oder Konjunktiva (Synonym: Tunica conjunctiva) ist eine schleimhautähnliche Schicht in der Orbita (Augenhöhle) im vorderen Augenabschnitt. Sie verbindet den Augapfel (Bulbus oculi) mit den Augenlidern und besteht aus zwei Teilen.

Conjunctiva bulbi bzw. Tunica conjunctiva bulbi: Sie bedeckt den Bulbus oculi auf der ventralen Fläche und liegt dort verschieblich der Sklera und der Tenon-Kapsel. Die Conjunctiva bulbi verläuft vom Limbus corneae bis zur oberen und unteren Umschlagsfalte (Fornix conjunctivae).
Conjunctiva tarsi bzw. Tunica conjunctiva palpebrarum: Sie bedeckt die hintere Seite der Lider und geht am Fornix conjunctivae in die Conjunctiva bulbi über.

Kornea
Die Kornea ist der vorderste, stark gekrümmte und durchsichtige Abschnitt des Augapfels, der vor der Pupille liegt.

Die Durchsichtigkeit der Kornea ist für die Funktion des Auges unerlässlich. Daher hat die Kornea keine Blutgefäße und besitzt einen durchgehend homogenen Aufbau. Zur Verbesserung der optischen Eigenschaften der Kornea ist sie von einem aus Tränenflüssigkeit bestehenden Tränenfilm überzogen.

L

Laserchirurgie
Die Laserchirurgie umfasst in der Medizin verschiedene chirurgische Methoden, bei denen zur Gewebedurchtrennung die Lasertechnologie zum Einsatz kommt.

Klassische Absatzgebiete sind in der refraktiven Augenchirurgie zu finden. Hier können mittels Laser refraktive Fehlkorrekturen vorgenommen werden. Leiden Sie z.B. an Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder an einer Hornhautverkrümmung kommen die LASIK OP (Laser in situ Keratomileusis) oder die PRK/Lasek (Laser Epithelial Keratomileusis) in Frage. Diese Methoden werden immer ambulant durchgeführt, sind praktisch schmerzfrei dank betäubender Augentropfen und in wenigen Sekunden durchgeführt.

Auch bei anderen Pathologien kommen Laser zum Einsatz. Zur Behandlung des Glaukoms sind SLT-Laser oder YAG-Laser in fast jeder Praxis zu finden. Die Laserkoagulation kommt als Behandlung einiger Netzhauterkrankungen oder Netzhautablösungen in Betracht. Dabei werden krankhafte Blutgefäße mit dem Laser verödet oder kleine Löcher in der Netzhaut geschlossen.

Im Bereich der Kataraktchirurgie hat in den letzten Jahren der FEMTO-Laser Einzug in die Kliniken gefunden, der bei der Eröffnung des Kapselsackes und Zerteilung der Linse unterstützt.

LASIK
Bei der Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) handelt es sich um ein chirurgisches Verfahren aus der Augenheilkunde, welches zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten unterschiedlicher Art eingesetzt wird. Als solches gehört dieser Eingriff zum Feld der refraktären Chirurgie. Hier stellt es derzeit einen der am häufigsten durchgeführten Eingriffe dar. Die LASIK kann als Alternative zum Tragen einer Brille bzw. von Kontaktlinsen geeignet sein.

Durch eine laser-gestützte Abtragung von Hornhautgewebe kommt es zu einer Änderung der Hornhautkrümmung. Dadurch ändert sich die Brechkraft und der Patient vermag wieder schärfer zu sehen.

Lutein
Lutein (lat. Luteus (gold) gelb, orangegelb, mit Reseda (luteola) gefärbt) ist ein orangegelbes Xanthophyll und gehört neben β-Carotin und Lykopin zu der Stoffgruppe der Carotinoide. Als E 161b ist es in der EU als Lebensmittelfarbstoff zugelassen.

Hohe Gehalte finden sich in Gemüsearten u.a. im Spinat oder Grünkohl. Auch der Eidotter erhält seine gelbe Farbe durch einen hohen Lutein-Anteil.

Im menschlichen Organismus findet sich die Verbindung, neben Zeaxanthin, als Pigmentanreicherung in der Makula Lutea. Daher auch der Name: Gelbe Fleck. In der Forschung zur Bekämpfung der Altersbedingten Makuladegeneration ist Lutein aufgrund einer protektiven Wirkung, in den Fokus gerückt. Neben Gemüse, dienen auch diverse Supplemente in Tablettenform als mögliche Maßnahmen zur Prävention einer AMD-Erkrankung.

M

Makula
Die Makula befindet sich im Zentrum der Netzhaut (Retina) und ist ein „gelber Fleck“ mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern. Mit ihren 6–7 Millionen Sehnervenzellen, den sogenannten Zapfen, ist die Makula die Stelle des schärfsten Sehens im Auge. Das Tagessehen, Farbsehen und das Auflösungsvermögen, das wir z.B. für das Lesen von Kleingedrucktem oder das Erkennen von Gesichtern oder Details benötigen, ist nur mit einer gesunden Makula möglich.

Erkrankungen von Makula und Netzhaut bleiben im Frühstadium oft unbemerkt. Schreiten sie weiter voran, so können Erkrankungen die Sehfähigkeit unwiederbringlich schädigen.

Makulaödem
Der Begriff Makulaödem bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte, genauer im Bereich der Makula (gelber Fleck). In der Folge kommt es zu getrübter Sicht und verschwommenen Sehen im zentralen Gesichtsfeld. Das Makulaödem betrifft besonders häufig Menschen mit Diabetes mellitus (diabetisches Makulaödem).

Makulopathi
Makulopathie ist eine Krankheit, die die Funktion der Makula, welche die Detailwahrnehmung verantwortlich ist, beeinträchtigt und verursacht einen fortschreitenden Verlust des zentralen Sehens sowie Schwierigkeiten bei der korrekten Wahrnehmung der Details in den Bildern.

Da eine Schädigung der Makula oder Makulopathie zu einer Teilblindheit führen kann, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.

Faktoren, die das Risiko einer Makulopathie erhöhen sind:

fortschreitendes Alter (über 60 Jahre alt)
erbliche Vorbelastung
Rauchen
Antioxidantien-arme Ernährung
Vitamin- und Zinkmangel
übermäßige Sonneneinstrahlung
Stress und hoher Blutdruck

Meibografi
Die Meibografie ist die Darstellung der in den Augenlidern sitzenden Meibom-Drüsen mittels Infrarottechnik. Bei der Meibografie werden die Augenlider durchleuchtet und die Drüsen und ihre Ausführungsgänge kontrastreich veranschaulicht. Eingesetzt wird diese Methode zur Diagnostik einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion bei Keratokonjunktivitis sicca.

Meibom-Drüsen
Die Meibom-Drüsen (auch Tarsaldrüsen, lateinisch Glandulae tarsales) sind Talgdrüsen am Rand der Augenlider. Die Drüsen enden am Rand der Tarsalplatte des Augenlids, anders als die Zeisschen- und die Mollschen-Drüsen, die sich ebenfalls im Augenlid befinden. Die Meibom-Drüsen geben eine ölige Flüssigkeit ab, die sich mit der von den Tränendrüsen abgegebenen Tränenflüssigkeit vermischt und dafür sorgt, dass letztere nicht zu schnell verdunstet. Das eingetrocknete Sekret dieser Drüsen wird im Volksmund auch als „Schlafsand“ bezeichnet.

Mucin
Mucin ist neben Wasser und einem Fettfilm Bestandteil des Tränenfilms, welcher zum Schutz und der Ernährung der Hornhaut dient.

Die innerste Schicht, das Mucin, sorgt für die Haftung des Wassers auf der von Hause aus wasserabstossenden Hornhaut. Kommt es nun im Laufe des Lebens, durch medikamentöse Nebenwirkungen oder andere Einflussfaktoren zu einem Mangel an Mucin, kann die wässrige Schicht nicht mehr auf der Hornhaut verbleiben, die Hornhaut trocknet aus, reißt auf und legt die extrem empfindlichen Nervenendigungen der mittleren Hornhaut-Schicht frei. Dies kann schmerzhaft sein – das Auge reagiert mit Lidschluss oder vermehrter Produktion von Wasser. Durch den Mangel an Mucin kann dieses jedoch nicht auf der Hornhaut verbleiben und das Wasser läuft ungehindert über Lidrand und Wange. Das Auge tränt, obwohl die Ursache in der Austrocknung der Hornhaut liegt.

Mydriasis
Mydriasis ist die medizinische Bezeichnung für die ein- oder beidseitige Weitstellung der Pupille. Ausgehend von einem durchschnittlichen Pupillendurchmesser kann sie unterschiedlich ausgeprägt sein.

Myopie
Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine angeborene oder erworbene Fehlsichtigkeit des Auges. Kurzsichtige sehen weiter entfernte Gegenstände undeutlich und verschwommen, erkennen nahe Objekte jedoch problemlos.

Bei Kurzsichtigkeit ist die Achsenlänge des Augapfels im Verhältnis zur Brechkraft der Linse zu lang. Ankommende Lichtstrahlen bündeln sich vor der Netzhaut und ergeben ein unscharfes Bild.

N

Neovaskularisation
Neovaskularisation bezeichnet alle Vorgänge der Gefäßneubildung im erwachsenen Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch wird der Begriff häufig im Zusammenhang mit dem Vorgang der übermäßigen oder unkontrollierten Gefäßneubildung bzw. Gefäßwucherung genutzt. Neovaskularisation bezeichnet aber auch nicht krankhafte Vorgänge der Gefäßneubildung, beispielsweise in der Transplantationsmedizin und bei der Wundheilung.

Netzhautablösung
Bei einer Netzhautablösung kommt es zur Trennung (Abhebung) der Netzhaut von der Aderhaut. Zwischen den Schichten sammelt sich Flüssigkeit. Die Netzhaut wölbt sich blasenartig in den Augapfel hinein. In dem Gebiet der Abhebung wird die Netzhaut nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen aus der Aderhaut versorgt. Es folgen Funktionsstörungen – Gesichtsfeldausfälle bis zur Erblindung.

O

Offenwinkelglaukom
Die am meisten verbreitete Form des Glaukoms ist das Offenwinkelglaukom. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes durch ein Ungleichgewicht zwischen der Menge an Kammerwasser, die produziert wird, und der Menge an Kammerwasser, die abfließen kann.

Ophthalmologie (Augenheilkunde)
Die Augenheilkunde oder Ophthalmologie ist die Lehre vom Bau, der Funktion und den Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans, seiner Anhangsorgane sowie des Sehsinnes und deren medizinischen Behandlung.

Ophthalmoskopie
Die Ophthalmoskopie (altgriechisch ὀφθαλμοσκοπία ophthalmoskopia, „die Anschauung des Auges“) bzw. Augenspiegelung oder auch Fundoskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) ist die Inspektion zur Beurteilung der einsehbaren Teile des Auges.

P

Papille
Als Papille wird der Bereich auf der Netzhaut des Auges bezeichnet, an welchem alle Nervenfasern der Netzhaut zusammenlaufen und als gebündelter Nervenstrang den Augapfel verlassen, um die Sinneseindrücke des Auges an das Gehirn weitergeben zu können

Perimetrie

Bei der Perimetrie werden sowohl die Grenzen des vom unbewegten Auge wahrgenommenen Sichtbereichs (Gesichtsfeld) als auch die Schärfe der Wahrnehmung gemessen. Im Unterschied zum zentralen Sehfeld, das die höchste Sehschärfe bietet, dient der äußere Teil des Gesichtsfelds vor allem der Orientierung in und Wahrnehmung der Umgebung. Deshalb ist es für die Untersuchung wichtig, dass das zu untersuchende Auge einen Punkt fixiert und sich nicht bewegt.

Es gibt verschiedene Methoden der Perimetrie:

automatische statische Perimetrie: Sie wird am häufigsten angewendet. Der Patient gibt dabei über einen Knopf jedesmal ein Signal, sobald er am Rand seines Gesichtsfelds einen aufleuchtenden Lichtpunkt wahrnimmt. Neben dem Ort wird vom Computer auch die Stärke des Reizes, also die Helligkeit, protokolliert.
kinetische Perimetrie: Hier wandern die Lichtpunkte von außen zum zentralen Sehfeld hin. Der Patient meldet, sobald er den Lichtpunkt in sein Gesichtsfeld hereinwandern sieht.
Fingerperimetrie: Das ist die einfachste Methode, sie erlaubt aber nur eine grobe Abschätzung des Gesichtsfelds. Während der Patient mit den Augen einen Punkt fixiert, bewegt er Arzt von außen (auch innen, oben und unten) einen Finger in das Gesichtsfeld. Der Patient meldet, sobald er diesen wahrnimmt.

Bei jeder dieser drei Methoden wird das nicht getestete Auge abgedeckt, damit dieses nicht Defizite des anderen Auges ausgleichen und damit das Untersuchungsergebnis verfälschen kann.

Phake Linsen
Eine phake Intraokularlinse (PIOL) ist eine künstliche Linse, die vor oder hinter der natürlichen Linse im Auge eingesetzt wird.

Phakoemulsifikation
Die Phakoemulsifikation ist ein augenärztliches Verfahren zur Standardbehandlung einer Katarakt (Grauer Star). Dabei wird der Linsenkern durch eine mit Ultraschall angeregte Kanüle zertrümmert. Die dabei entstehenden Fragmente werden mit Hilfe eines Saug-Spül-Instrumentes entfernt. Nach Entfernen der trüben Linse kann dann eine künstliche Linse implantiert werden und dem Patienten zu verbessertem Sehvermögen verhelfen.

Die Phakoemulsifikation ist eine weit verbreitete Technik zur Behandlung des grauen Stars. In Deutschland werden jedes Jahr ca. 800.000 Eingriffe dieser Art durchgeführt. Die Phakoemulsifikation von Katarakten gilt als eine der sicheresten Operation für den Patienten und die am wenigsten invasive, um die Linse zu entfernen.

Photodynamische Therapie
Unter Photodynamischer Therapie (PDT) versteht man ein Verfahren zur Behandlung von Tumoren und anderen Gewebeveränderungen wie beispielsweise Gefäßneubildungen mit Licht in Kombination mit einer lichtaktivierbaren Substanz, einem so genannten Photosensibilisator, und im Gewebe vorhandenem Sauerstoff.

Photorezeptor

Fotorezeptor oder Photorezeptor bezeichnet auf zellulärer Ebene eine lichtempfindliche Rezeptorzelle (auch Sehzelle genannt). Hierzu zählen als spezialisierte Sinneszellen eines Auges die Stäbchenzellen und Zapfenzellen der Netzhaut sowie fotosensitive Ganglienzellen.

Presbyopie
Als Presbyopie, auch Alterssichtigkeit beziehungsweise Altersweitsichtigkeit genannt, bezeichnet man den fortschreitenden, altersbedingten Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges mittels Akkommodation. Ein scharfes Sehen in der Nähe ist deshalb ohne geeignete Korrektur nicht mehr möglich. Presbyopie ist dabei jedoch keine Krankheit, sondern ein normaler altersbedingter Funktionsverlust.

Pupille
Die Pupille ist die von der Regenbogenhaut umgebene natürliche Öffnung, durch die Licht in das Innere des Auges fallen kann. Sie wird auch Sehloch genannt. Durch Verkleinern (Miosis) oder Vergrößern (Mydriasis) der Pupille mit Hilfe des Musculus sphincter pupillae bzw. des Musculus dilatator pupillae kann der Lichteinfall auf die Netzhaut angepasst werden.

R

Retina
Die Netzhaut, Retina (von lateinisch rete ‚Netz‘) oder innere Augenhaut, ist das mehrschichtige, spezialisierte Nervengewebe, das die Innenseite des Auges der Wirbeltiere, einiger Tintenfische und Schnecken auskleidet.

Die Retina (Netzhaut) ist der sensorische Bereich des Auges und dient der Wahrnehmung von Lichtreizen.

Sie reicht vom Rand der Pupille bis zum Austrittspunkt des Sehnervs (Nervus opticus) und bildet die innerste Schicht des Augapfels. Nach außen hin liegen die Aderhaut (Choroidea) und die Lederhaut (Sklera) über ihr.

Die Retina ist als Nervengewebe hochdifferenziert. Histologisch lässt sie sich in zehn Schichten aufteilen, die mit ihren charakteristischen Neuronen und Besonderheiten das einfallende Licht in Nervenimpulse umwandeln.

Retinale Chirurgie
Retinale Chirurgie beinhaltet Operationen an der Netzhaut der Augen. Diese können invasiv oder mittels Laser durchgeführt werden.

Retinitis pigmentosa
Die Bezeichnung Retinopathia pigmentosa oder Retinitis pigmentosa (RP) beschreibt eine durch Vererbung oder spontane Mutation entstehende Netzhautdegeneration, bei der die Photorezeptoren zerstört werden.

S

Schlemm-Kanal
Der nach seinem Entdecker, dem deutschen Arzt und Anatom Friedrich Schlemm, benannte Schlemm-Kanal (auch: Schlemm’scher Kanal, Sinus venosus sclerae, Plexus venosus sclerae) ist ein ringförmig verlaufendes Sammelrohr im Auge.

Sehnerv
Von jedem Auge wandern Nervenimpulse durch den Sehnerv (Nervus opticus). Dieser beginnt mit dem Austritt an der Sehnervenpapille (Papilla nervi optici) als Sehnervenkopf. Die Fotorezeptoren der Netzhaut (die innere Oberfläche im hinteren Teil des Auges) nehmen Licht bzw. Reize wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv. Der Sehnerv überträgt Impulse von jedem Auge an das Gehirn, wo die visuelle Information interpretiert wird.
Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven, und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser Anordnung erhält die rechte Seite des Gehirns Informationen aus dem linken Gesichtsfeld beider Augen, und die linke Seite des Gehirns empfängt Informationen aus dem rechten Gesichtsfeld beider Augen. Ein Schaden an einem Auge oder einer Sehbahn verursacht verschiedene Arten des Sehverlustes, je nachdem, wo der Schaden entsteht. Eine häufige Krankheit, die zu einem Schaden des Sehnervkopfes führt, ist der grüne Star (Glaukom).

Selektive Laser Trabekuloplastik

Die selektive Laser-Trabekuloplastik (SLT) ist ein einfacher, nicht-invasiver und dabei sehr wirksamer Eingriff mit einem Laser, der bei der Behandlung des grünen Stars (Glaukom) zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt wird. Sie wird bei Ihrem Augenarzt durchgeführt und dauert in den meisten Fällen gerade einmal fünf Minuten.

Die SLT-Therapie basiert auf kurzen niederenergetischen Lichtimpulsen, die auf Melanin (Pigmente) in bestimmten Zellen des betroffenen Auges abzielen. Der Körper reagiert mit der natürlichen Selbstheilung und regeneriert diese Zellen. Bei diesem Regenerationsprozess wird der Abfluss verbessert, wodurch der Augeninnendruck fällt. Die nicht pigmentierten Zellen in der Umgebung werden ebenso wie der Rest der Augenstruktur nicht behandelt und nicht beschädigt.

Die schmerzfreie Therapie gilt daher als besonders schonend. Die Behandlung ist für Patienten geeignet, die an einem Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliations-oder Pigmentglaukom leiden, eine Unverträglichkeit gegenüber Medikamenten aufweisen oder sich in der Vergangenheit bereits einer ALT unterzogen haben.

Sklera

Sklera auch Sclera (griechisch σκληρός sklēros, deutsch ‚hart‘) ist der medizinische Fachausdruck für die Lederhaut des Auges. Aufgrund ihrer weißlichen Farbe wird sie auch weiße Augenhaut genannt. Sie umschließt den Augapfel fast vollständig und schützt ihn vor äußeren Einwirkungen. Zusammen mit der Cornea (Hornhaut) gehört sie zur äußeren Augenhaut, Tunica externa bulbi. Die Sklera reicht von der Eintrittsstelle des Sehnervs bis zur Hornhaut des Auges und wird von der Tenon-Kapsel, einer elastischen Membran, umschlossen.

Der sichtbare Teil der Sklera beim Menschen ist rund dreimal so groß wie bei den mehr als 200 Arten nichtmenschlicher Primaten. Dadurch ist die Augenbewegung und damit die Blickrichtung des Menschen deutlich besser zu erkennen. Die Sklera ist somit Bestandteil der nonverbalen Kommunikation des Menschen.

Skotom
Unter Skotom (von altgriechisch σκότος skótos „Dunkelheit“) versteht man in der Augenheilkunde einen Teilbereich des Gesichtsfeldes, dessen Sensibilität – meist krankhaft – herabgesetzt ist.

Strabismus
Strabismus ist der medizinische Fachbegriff für Schielen. Dabei handelt es sich um eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung, die sich in einer Fehlstellung beider Augen zueinander ausdrückt. Beim Betrachten (Fixieren) eines Objektes weicht die Richtung ihrer Gesichtslinien zeitweise oder dauerhaft voneinander ab, d.h. ein Auge schaut immer an dem Objekt vorbei. Schielen ist kein Schönheitsfehler, sondern führt zu maßgeblichen Seheinschränkungen. Die Ursachen können vielfältig sein. Neben Ereignissen während der Schwangerschaft oder Geburt können auch erblich bedingte Faktoren Gründe fürs Schielen sein. Eine erfolgreiche Behandlung hängt von einer frühzeitigen Diagnose ab. Verbessert eine speziell angefertigte Brille das Schielen nicht ausreichend ein deutlicher Schielwinkel ist weiterhin vorhanden, kommt eine Operation der Augenmuskeln infrage.

T

Trabekelwerk

Zwischen Schlemm-Kanal und vorderem Augenwinkel steht ein engmaschiges Geflecht, das Trabekelwerk, durch dessen Spalträume (Fontana-Räume) das Kammerwasser in den Kanal abfließen kann.

Verhärtet das Trabekel im Auge, ist der ungehinderte Abfluss nicht mehr möglich. Bei anhaltender gleicher Produktion des Kammerwassers staut sich das Kammerwasser im Auge und führt zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks – dem Glaukom. Der Druck auf den Sehnerv erhöht sich und unbehandelt kann diese ernsthafte Erkrankung durch einen Untergang des Sehnervs bis zur Erblindung führen.

Tränendrüse

Die Tränendrüse (lat. Glandula lacrimalis) ist eine Drüse zur Produktion des größten Teils der Tränenflüssigkeit. Die Tränendrüse liegt innerhalb der Augenhöhle dem Auge seitlich oben auf. Sie produziert Elektrolyte sowie eine große Anzahl an Eiweißverbindungen.

Die Glandula lacrimalis wird durch die Sehne des Musculus levator palpebrae superioris in zwei Anteile, die oberhalb der Sehne gelegene Pars orbitalis und die unterhalb der Sehne gelegene Pars palpebralis, unterteilt. Die Tränendrüse besteht aus mehreren voneinander durch Bindegewebe getrennten Lappen.

Neben der an dieser Stelle beschriebenen Haupttränendrüse sind noch weitere akzessorische Tränendrüsen im oberen Augenlid bekannt:

Krause’sche Tränendrüse
Wolfring’sche Tränendrüse

Tränenfilm
Der Tränenfilm ist die von der Tränenflüssigkeit gebildete Flüssigkeitsschicht, die den vorderen Teil des Augapfels bedeckt. Die Tränenflüssigkeit wird größtenteils in den Tränendrüsen erzeugt und rinnt über den Augenwinkel und die ableitenden Tränenwege in die Nasenhöhle ab.

Tränenfilmaufrisszeit
Die Tränenfilmaufrisszeit (engl. BUT = Break Up Time) wird bei der Diagnose des trockenen Auges (Sicca Syndrom) bestimmt. Bei der klassischen Methode färbt der Augenarzt die Tränenflüssigkeit mit einem fluoreszierenden Farbstoff ein. Der Patient wird angehalten für einen bestimmten Zeitraum nicht zu blinzeln. Mit Hilfe der Spaltlampe kann beobachtet werden, wie schnell der Tränenfilm nach dem Öffnen des Auges „aufreißt“, also der Tränenfilm Risse oder Löcher bekommt. Bei gesunden Augen dauert dies mindestens zehn Sekunden bis erste Risse im Tränenfilm entstehen. Eine Aufrisszeit unter zehn Sekunden weist auf Störung des Fettgehaltes hin.

Tränenfilmaufrisszeit
Die Tränenfilmaufrisszeit (engl. BUT = Break Up Time) wird bei der Diagnose des trockenen Auges (Sicca Syndrom) bestimmt. Bei der klassischen Methode färbt der Augenarzt die Tränenflüssigkeit mit einem fluoreszierenden Farbstoff ein. Der Patient wird angehalten für einen bestimmten Zeitraum nicht zu blinzeln. Mit Hilfe der Spaltlampe kann beobachtet werden, wie schnell der Tränenfilm nach dem Öffnen des Auges „aufreißt“, also der Tränenfilm Risse oder Löcher bekommt. Bei gesunden Augen dauert dies mindestens zehn Sekunden bis erste Risse im Tränenfilm entstehen. Eine Aufrisszeit unter zehn Sekunden weist auf Störung des Fettgehaltes hin.

U

Uvea

Die mittlere Augenhaut (Uvea lat. uva („Traube“)) oder Tunica media bulbi befindet sich unterhalb der undurchsichtigen Lederhaut und ist die pigmenttragende Schicht des Auges. Sie liegt zwischen äußerer Augenhaut (Tunica fibrosa bulbi) und Retina (Tunica interna bulbi).

Die Uvea besteht aus mehreren unterschiedlichen Schichten: der Regenhaut (Iris), dem Strahlenkörper und der Aderhaut (Choroidea). Sie besitzt zwei Öffnungen: vorne die Pupille und hinten eine Öffnung für den Sehnerv (N. opticus).

Uveitis

Eine Uveitis ist eine Entzündung der Augenhaut (Uvea), die aus der Aderhaut (Choroidea), dem Strahlenkörper (Corpus ciliare) und der Regenbogenhaut (Iris) besteht. Ist der Glaskörper mit betroffen spricht man von einer Entzündung des Ziliarkörpers, bei einem Befall der Aderhaut von eine Aderhauthautentzündung oder Choroiditis. Eine Einteilung der Pathologien erfolgt je nachdem welche der drei Schichten der Uvea betroffen ist.

Uveitis anterior (im deutschsprachigen Raum auch Regenbogenhautentzündung genannt).
Uveitis intermedia: betrifft den mittleren Teil der Uvea.
Uveitis posterior: umfasst Veränderungen (Infiltration mit Entzündungszellen) an der Netzhaut und Aderhaut.
Panuveitis: Entzündungszellen in allen drei Bereichen.

UV-Licht

Ultraviolettstrahlung, kurz UV, UV-Strahlung, UV-Licht oder auch als Schwarzlicht bekannt, ist elektromagnetische Strahlung im optischen Frequenzbereich (Licht) mit kürzeren Wellenlängen als das für den Menschen sichtbare Licht. Jenseits der UV-Strahlung schließt die Röntgenstrahlung an. Ultraviolettstrahlung wird vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen, da sie schon vorher komplett von der Augenlinse absorbiert wird. Eine natürliche Quelle der UV-Strahlung ist die Sonne.

„Ultraviolett“ bedeutet „jenseits von Violett“; Violett ist der Farbreiz der kürzesten noch sichtbaren Wellenlänge. Bei Schwarzlichtlampen wird der begleitende Anteil sichtbarer Strahlung durch einen Filter weitgehend unterdrückt, sodass in einer damit bestrahlten Szene im Wesentlichen nur fluoreszierende Stoffe leuchten.

UV-Licht wird in verschiedene Unterbereiche mit unterschiedlichen Wellenbereichen unterteilt:

UV-A 380–315 nm,

UV-B 315–280 nm

UV-C 280–100 nm

Obwohl Ultraviolettstrahlung die niedrigstenergetische der ionisierenden Strahlungen ist, kann sie für den Menschen und andere Organismen gefährlich bzw. erbgutschädigend sein. Eine typische Folge von zu hoher Sonneneinstrahlung ist der graue Star (Katarakt), die Eintrübung der Linse. Es ist also Vorsicht beim Umgang mit Sonnenlicht (Sonnenschutz) und mit technischen UV-Quellen angebracht.

V

Viskoelastika
Für eine Operation am Auge sind verschiedene Flüssigkeiten notwendig. Viskoelastika sind Substanzen, die Eigenschaften von Flüssigkeiten aber auch von Feststoffen aufweisen. Im menschlichen Körper finden sich Viskoelastika in Form von Hyaluronsäure: im Bindegewebe, in der Gelenkflüssigkeit , Haut oder auch im Glasköper des Auges. Eine weitere Form ist die Hydroxypropylmethylcellulose die ausschließlich in Pflanzen vorkommt

Beide Varianten sind seit mehr als 20 Jahren fester Bestandteil in der Ophthalmologie. Eine Verwendung findet bei fast allen Kataraktoperationen statt. Aber auch bei Glaukombehandlungen finden Viskoelastika ihren Einsatz.

In erster Linie dienen Viskoelastika zum Schutz des Gewebes während eines operativen Eingriffs. Durch die sehr guten Benetzungseigenschaften kann die Hornhautoberfläche konstant feucht gehalten werden.

Während der Phakoemulsifikation als auch Spüleffekte können Ultraschallenergie und andere mechanische Kräfte auf das Hornhautendothel einwirken und nachhaltig schädigen. Das Viskoelastikum dient hier als eine Art Polster.

Die Substanzen werden zudem wegen ihren raumeinnehmenden Fähigkeiten eingesetzt, um die Aufrechterhaltung und Stabilisierung der Vorderkammer während der Kataraktoperation zu gewährleisten. Nach Implantation der Kunstlinse bzw. nach Beendigung des Eingriffs wird das Viskoelastikum wieder entfernt.

Vitrektomie

Die Vitrektomie bezeichnet die operative Entfernung des Glaskörpers im Auge. Bei der Vitrektomie wird der Glaskörper über feine Schnitte in der Hornhaut abgesaugt und durch eine Flüssigkeit oder ein Gas, das ähnliche Eigenschaften besitzt (vor allem Transparenz und Brechungsindex), ersetzt. Der Glaskörper hat im Auge die Aufgabe Stabilität zu geben und die Lichtstrahlen von der Linse zur Netzhaut (also den Sinneszellen) durchzulassen.

Vordere Augenkammer

Im vorderen Teil des Auges befinden sich zwei mit Kammerwasser gefüllte Hohlräume, die als Augenkammern bezeichnet werden.

Die vordere Augenkammer wird durch die Rückseite der Hornhaut (Cornea) sowie der Regenbogenhaut (Iris) gebildet.

Durch die Öffnung der Pupille besteht eine Verbindung zur hinteren Augenkammer. Im Randbereich der vorderen Augenkammer ist der Kammerwinkel lokalisiert, welcher aus Iris und Hornhaut gebildet wird. Am Kammerwinkel liegt ein feines Geflecht, das Trabekelwerk (Ligamentum pectinatum). Innerhalb dieses Geflechts finden sich Balken, die sogenannten Spatia anguli iridocornealis, durch welche der Kammerabfluss erfolgt.

Z

Zeaxanthin
Zeaxanthin ist ein natürlicher, orangegelber Farbstoff, der in Pflanzen und Tieren bei Reaktionen auf Lichtstrahlung eine Rolle spielt. Chemisch ist Zeaxanthin ein Xanthophyll, ein sauerstoffhaltiges Carotinoid („oxidiertes β-Carotin“).

Ziliarkörper
Der Ziliarkörper ist ein ringförmiger Teil der mittleren Augenhaut, welcher für die Aufhängung der Linse und ihre Akkommodation verantwortlich ist. Ferner ist er an der Produktion des Kammerwassers beteiligt.

Zonulafasern
Die Zonulafasern sind kreisförmig um die Linse des Auges angeordnete, elastische Fasern. Sie bilden in ihrer Gesamtheit die Zonula ciliaris und verbinden die Linsenkapsel mit dem Ziliarkörper.

Zyklophotokoagulation

Bei der Zyklophotokoagulation werden mittels Laser Teile der augenwasser-produzierenden Zellen des Strahlenkörpers (Ziliarkörper) zerstört. Dieses Verfahren hat im Vergleich zu allen anderen Eingriffen das Ziel die Augenwasserproduktion zu verringern. Meistens sind wiederholte Behandlungen notwendig, um den Augeninnendruck mittel- und langfristig zu stabilisieren. Diese Methode wird vor allem in fortgeschrittenen Krankheitsstadien angewendet.